siebzigzudreißig

Eine Regel besagt, dass das Aussehen eines Körpers zu 70% durch die Ernährung und nur zu 30% durch sportliche Betätigung bestimmt wird (Genetik mal außen vor). Zwar gibt es von Mensch zu Mensch Unterschiede, wenn man sich  allerdings seine Gedanken zu dem Thema macht, ist die Aussage gar nicht mal so weit hergeholt. Zum Einen wird der Kalorienverbrauch durch Sport oftmals überschätzt. Beispiel: Eine Stunde Joggen verbraucht in der Regel 500 – 600 Kalorien. Den gleichen Energiewert hat ein durchschnittlich belegter Burger. Greift man ansonsten auch beherzt zu, ohne auf die Nährwerte zu achten, so liegt man ziemlich fix über seinem Leistungsumsatz (Kaloriengrundverbrauch + die zusätzliche Energie, die für Bewegung und Verstoffwechselung gebraucht wird), was zur Folge hat, dass der Körper auf lange Sicht gesehen vermehrt Fett einlagert.

Punkt 2 knüpft direkt hier an – zwar kann man auch mit gesunder Ernährung auf einen Kalorienüberschuss kommen, bei hochwertigen Lebensmitteln wird allerdings mehr genährt als nur die Fettzellen. Die Zellteilung wird beschleunigt, das Muskelwachstum angeregt und der Kreislauf arbeitet besser mit. Kalorien sind deswegen nicht gleich Kalorien und ein Körper, der wenig und gleichzeitig „leere“ Kalorien zu sich nimmt, nicht zwangsläufig fitter und schlanker als ein Körper, der sich von vielen und dafür brauchbaren Kalorien ernährt.

Das Stichwort ist hier Clean Eating, ein Begriff der wie so oft aus den USA zu uns rübergeschwappt ist. Clean Eating ist mehr als nur eine gesunde Ernährungsweise, es bedeutet, gänzlich auf Nahrungsmittel natürlichen Ursprungs zurückzugreifen, auf chemische Zusätze sowie Zucker zu verzichten und stark verarbeitete Lebensmittel wie helle Nudeln und Weißmehl zu meiden. Ursprung des Gedanken ist, dass der Körper künstliche oder im hohen Ausmaß modifizierte Zutaten nicht korrekt zu verarbeiten weiß und mit Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen, Entzündungen und anderen negativen Reaktionen auf sie reagiert.

In den USA herrscht seit Längerem bereits ein regelrechter Hype um das Clean Eating inklusive Detox-Smoothies, zu „Superfoods“ erkorenen Lebensmitteln und dem bei uns oftmals hinterlassenen Eindruck, als könnten die Themen Fitness und Ernährung in den Staaten sich nicht davor retten, in ein Extrem abzurutschen. Wenn dieser Hype/Trend dazu führt, dass Leute sich mehr mit Lebensmitteln und deren Auswirkungen beschäftigen, dann ist das eindeutig eine gute Sache (ich wäre sonst vielleicht auch nicht auf Quinoa und Chiasamen gestoßen), aber man sollte es auf jeden Fall nicht so weit treiben, dass man sich das Leben dadurch schwerer macht, als es ohnehin schon ist.

Ich versuche, hauptsächlich natürliche Lebensmittel zu verwenden und suche bei einem Fertigprodukt wie Grillsoßen auch schon mal länger bis ich ein Etikett ohne E-Nummer gefunden habe, kann aber bei einem 11-Stunden-Arbeitstag nicht auf meine 1,5l Light-Cola verzichten und fahre auch nicht für schwer zu besorgende Produkte, die nur einmalig verwendet werden (Klassiker Wasabipaste) durch die Gegend, nur um mein Gewissen zu beruhigen.

Oft hilft es schon, sich im Supermarkt ein bisschen genauer umzuschauen oder so etwas wie Erdbeerjoghurt mit ein paar Handgriffen selber herzustellen und auf die fast schon übernatürlichen Produkteigenschaften, die mit den chemischen Zusätzen hervorgerufen werden sollen, hierbei zu verzichten.
Im Endeffekt ist es wie im restlichen Leben. Nehmt euch selbst und euer Umfeld nicht zu ernst, seid aber schlau genug, euch von den wirklich furchtbaren Menschen fernzuhalten ;)

Vielen Dank fürs Lesen!

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