Hintern hoch, es geht los

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Vielleicht erinnert sich der ein oder andere von euch an meinen Neujahrsvorsatz, öfter laufen zu gehen. Das letzte Mal war im September oder Oktober, also schon ein gutes halbes Jahr her! Grund dafür war ganz lapidar die Kälte, auch wenn der Winter recht mild war. Komischerweise kann ich mich eher zum Joggen motivieren, wenn draußen Temperaturen um die 28° sind, als wenn das Thermometer nur bis kurz über 0 steigt, daher habe ich mein Cardioprogramm über den Winter hinweg auf den heimischen Gerätschaften absolviert.

Nun wo ich mich über die ersten Hyazinthen in meiner Wohnung freue und die Sonne etwas öfter zum Vorschein kommt, muss ich mir eingestehen, dass es an der Zeit ist, den Heimtrainer wieder öfter durch die Laufschuhe zu ersetzen. Zwar habe ich es schon vermisst, ein bisschen Frischluft beim Sport zu schnuppern, allerdings habe ich in letzter Zeit schnell Atemprobleme bei Belastungsspitzen und war mir sicher, dass meine zimperlichen Knöchel auch wieder alles andere als begeistert von meiner Idee sein würden. Trotzdem schnallte ich mir Donnerstagmorgen mutig mein Hüfttäschchen um (obwohl ich in der 6. Klasse schwor, diese Dinger nie wieder zu tragen), schnappte mir meine Kopfhörer und nahm mir vor, es dafür etwas langsamer angehen zu lassen. Bevor es los ging, schmiss ich meine Spotify-Playliste sowie Runtastic an und stellte meinen Timer auf 22 Minuten – denn anstatt im Kreis zu laufen, drehe ich nach der Hälfte der Zeit einfach wieder um. Das ist für mich die sicherere Variante, da ich so gut wie keinen Orientierungssinn besitze (dazu später mehr).

Was mir zunächst wieder bewusst wurde – mein neues Viertel lädt landschaftlich alles andere als zum Laufen ein. Vorher wohnte ich direkt neben einem Wald und dem Grugapark, lief auf festem Erdboden und begegnete dem ein oder anderen freundlich bellenden Hund. Zwar haben wir nun auch einen kleinen Park in der Nähe, der stellt allerdings wirklich kein schönes Plätzchen Natur dar und bietet hauptsächlich aufgeplatzten Asphalt als Untergrund. Mein optisches Highlight ist die Ruhr, an der ich auch einmal kurz für dieses Foto stehen blieb:

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Der Uferabschnitt ist nicht unbedingt hässlich, es hätte mich allerdings auch nicht gewundert, wenn mich während des Laufens das reichlich ungepflegte Mädchen aus „The Ring“ dort angehalten hätte, um mir Erfrischungen zu reichen.

Kaum war ich ein wenig die Ruhr entlanggetrabt, klingelte auch schon mein Timer und ich kehrte um. Wie gesagt, ich lief den gleichen Weg zurück. Fragt mich nicht wie, aber ich schaffte es tatsächlich,
imagevom Weg, der der gleiche wie der Hinweg war und den ich auch vorher schon 5, 6 Mal gelaufen bin, abzukommen
und lief im Endeffekt fast den kompletten Rückweg eine betonierte Hauptstraße entlang. Bergauf. Ein Traum. Die Route verlängerte sich zudem um 13 Minuten, weswegen das mit dem langsam angehen auch somit erledigt war. Mit Runtastic ließe sich der Moment des Scheiterns gut nachkonstruieren, allerdings reicht mein Orientierungssinn nicht mal dafür aus. Nächstes Mal muss ich also etappenweise Brotkrümel fallen lassen.

Als ich Zuhause mit roter Birne zur Tür rein kam (das habe ich doch irgendwie geschafft), spürte ich, wie meine Beine zu Pudding mutierten, aber auch, dass dieses selige Gefühl eintrat, welches man nur bekommt, wenn man sich gerade richtig verausgabt hat. Die Dusche fühlte sich herrlich an, auch wenn zu dem Zeitpunkt schon abzusehen war, dass ich am nächsten Tag einen mächtigen Muskelkater haben würde. Die Knöchel beschwerten sich zum Glück nicht so stark wie gewohnt, allerdings habe ich diesmal auch auf Intervall-Sprints verzichtet und eher versucht, ein gleichbleibendes Tempo beizubehalten (was bis zu meinem Ausreißer auch ganz gut geklappt hat). Damit konnte ich wohl auch die Atemprobleme verhindern. Das Einzige, was mir körperlich unangenem aufgefallen ist, war ein Schmerz teils abwechselnd, teils gleichzeitig in der vorderen Schultermuskulatur, ähnlich wie Seitenstechen. Den Schmerz kenne ich noch von den ersten Läufen im letzten Jahr und ich hatte auch das Gefühl, dass dieser mit der Zeit wieder verschwand. Vielleicht weiß einer von euch ja um welchen Schmerz es sich handelt? Auch wenn es nichts Schlimmes war, würde mich die Erklärung dafür doch sehr interessieren :) Der Muskelkater hat sich übrigens schon am nächsten Morgen zu erkennen gegeben, vor allem in den Innenschenkeln und an den seitlichen Bauchmuskeln.
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Trotz kleiner Zieperei, partieller Verwirrtheit und der Feststellung, dass Essen nicht nur auf den großen Straßen ein Problem mit Schlaglöchern hat, bin ich happy und hoffe, morgen früh wieder Laufen gehen zu können. Denn auch wenn ich eher ein Freund von Kraftsport als von Cardiotraining bin, ist es einfach schön, erschöpft auf dem Sofa zu liegen und zu wissen, dass man den Schweinehund überlistet hat. Selbst wenn beim gemütlichen Füßehochlegen direkt schon wieder einer zu mir hochgeblickt hat :)

Vielen Dank fürs Lesen!

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2 Gedanken zu “Hintern hoch, es geht los

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