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Restaurantbesuch: L’Opéra, Paris

 

imageBonjour, meine lieben remise en forme de lièvre! Momentan bin ich sehr verwuselt, denn in 3 Wochen geht es für eine Woche nach Barcelona! Für mich bedeutet das nicht nur immense Vorfreude, sondern auch Pläne-Schmiederei auf allen erdenklichen Arten und Weisen. Ich weiß, dass es wenig charmant-spontan ist, alles im Voraus zu organisieren, aber ich kann es nicht lassen. Schon 2 Monate vorher weiß ich, in welche Restaurants ich möchte, wieviel ein 10er Fahrticket kostet und wo es den besten Kaffee gibt. Manche Leute verbringen ihre wertvolle Zeit auf Facebook, ich auf Tripadvisor. Gut, dass ich einen Freund habe, der das stillschweigend hinnimmt (und mir während des Urlaubs dafür auch durchaus dankbar ist). Momentan bin ich allerdings an einem Punkt angelangt, an dem es mir schwer fällt, mich auf den Urlaub einzustimmen, eben weil ich schon alles ergründet habe. Deswegen nutze ich jetzt diesen Blog um mich in Wallung zu bringen, nämlich, indem ich über eine vergangene Reise berichte! Vorfreude durch Retrospektive also ;)

imageIm Februar letzten Jahres ging die Reise nach Paris. Es hatte mich schon seit längerem dort hingezogen, trotzdem war es mein erstes Mal dort. Dort hin gereist sind wir mit dem Thalys – sehr schnell und sehr bequem, denn von Essen aus brauchten wir nur knapp 4 Stunden bis wir im Herzen der Stadt waren! Vor der Reise hatten wir schon einen Tisch im L’Opera Restaurant reserviert. Bevor ich darauf zu sprechen komme, möchte ich aber erst mal ein paar Worte über die Stadt verlieren:

Wer wie ich noch nie vorher in Paris war, bekommt von außen ja genügend Input gereicht, um sich vorab schon einen Eindruck zu „bilden“. Ich rechnete mit elegant gekleideten Frauen, einer Ablehnung aller Sprachen außer Französisch und turtelnde Pärchen en masse. Im Grunde hat sich alles davon in gewissem Maß bewahrheitet, aber auch das Gegenteil war zum Glück der Fall. Vor allem was die Sprachbarriere anging, habe ich doch einige positive Erfahrungen gemacht, man sollte nur etwas Geduld und eine nicht zu forsche Herangehensweise mitbringen. Ein lächelndes „Parlez-vous anglais?“ sollte auf jeden Fall zu einer Standardfloskel werden.

Gewohnt haben wir in einer Wohnung im Viertel Les Halles, nicht weit entfernt vom Louvre. Gebucht haben wir die Wohnung über airbnb, einer Plattform, auf der Privatpersonen ihre Wohnung für Reisende anbieten. Allerdings ist das nicht das Gleiche wie Couchsurfing, wenn ihr eine komplette Wohnung sucht, habt ihr auf jeden Fall Privatsphäre. Ich kann airbnb absolut weiterempfehlen, da ihr so die Möglichkeit bekommt, in tollen Vierteln zu vergleichbar günstigen Preisen zu wohnen. In Barcelona übernachten wir wieder auf diese Weise.

Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen, vor allem Sehenswürdigkeiten wie der Eiffelturm, der Louvre oder der Arc de Triumph erklären sich ja schon nahezu von alleine. Daher möchte ich euch nur kurz eine Straße empfehlen, die direkt bei uns in der Nähe war und für mich eine der schönsten Ecken in Paris war, nämlich die Rue Montorgueil. Hier findet ihr alles, was das kulinarische Herz begehrt, von einem umfangreichen Käsesortiment, über rustikale Bäckereien und Patisserien bis zu feinen Chocolatiers und Weinläden. Für den ersten Abend haben wir uns hier wunderbar eingedeckt!

Am zweiten Abend ging es für uns dann schon in das besagte Restaurant (am Valentinstag – so viel zu turtelnden Pärchen), durch das wir ganz platt durch die Google Bildersuche geraten sind. „Paris Design Restaurant“ – (damals) erster Treffer, alles klar, reservieren wir. Für die Restaurantsuche in Paris gilt allgemein: je höher der Preis, desto lauter die Beschwerde, man würde unfreundlich bedient werden. Irgendwann ignorierten wir diesen Hinweis einfach, sonst hätten wir nie ein Restaurant gefunden.

Das L’Opera Restaurant ist, wie der Name bereits vermuten lässt, direkt an der Pariser Opèra Garnier angeknüpft. Der Bau des Restaurants, welches 2011 eröffnete, kostete 6 Millionen Euro und erinnert an eine Mischung aus Versailles und Stanley Kubrick: innerhalb des 1875 errichteten Gebäudes schwingen sich Säulen und Balkone, als hätte man eine riesige Portion Schlagsahne erstarren lassen. Der Rest des Interieurs wurde in einem knalligen Rot gehalten. Wer die 60er liebt, wird auch dieses Restaurant lieben!

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Ein Klick auf die Bildreihe führt zu der Bildquelle und weiteren Informationen zur Architektur.

Nach dem, was ihr hier schon über mich erfahren habt, wundert es euch vielleicht nicht, dass ich mich schon vor dem Besuch im Restaurant für mein Menü entschieden hatte (Risikobereitschaft ist keine meiner Stärken). Am meisten sprach mich der Skorpionfisch an. Doch weil ich diesen Fisch nicht so richtig einordnen konnte, tat ich einen Fehler, den man vor einem Restaurantbesuch tunlichst vermeiden sollte: ich googlete mein Essen.

Yummy, yummy, yummy, you scared the shit out of my tummy.

Wer hätte es gedacht, ein Fisch, der Grumpy Cat wie Hello Kitty aussehen lässt. Allerdings bin ich dagegen, Tiere nach ihrem Niedlichkeitsfaktor als Essen einzustufen und so dachte ich mir, wäre es auch blöd, den Fisch nicht zu bestellen nur weil er hässlich ist (in dem Fall ist Hässlichkeit wahrlich keine Typfrage).

Des weiteren entschied ich mich für Räucherlachs mit Senfeis als Vorspeise und eine Mascarponecreme mit Datteln und Banane als Dessert. Mein Freund bestellte zusätzlich zum Skorpionfisch (keiner konnte bei dem Blick nein sagen) Kalbscarpaccio und ein Schokoküchlein mit zweierlei Schokomousse. Der Fisch kam zusammen mit einer Art Kartoffelgratin, was erst einmal unglaublich einfallslos klingt, aber unbeschreiblich gut geschmeckt hat! Generell war alles sehr, sehr lecker, sogar das Brot, das nebenbei gereicht wurde.

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v.l.n.r.: Vorspeise: Knoblauchbrot mit Räucherlachs und Senfeis / Hauptspeise: Kartoffelgratin mit Filet vom Skorpionfisch / Nachspeise 1: Mascarponecreme mit Bananen und Datteln / Nachspeise 2: Schokoküchlein mit weißer und dunkler Mousse

Der Kellner war im Übrigen sehr freundlich und hat durchgehend englisch mit uns gesprochen. Gutes Essen und ein nettes Ambiente stehen im Restaurant immer an erster Stelle, doch eine unfreundliche Bedienung kann das schlimmstenfalls alles zunichte machen. Allgemein hatten wir das Gefühl, dass das Personal sehr freundlich und professionell war, auch, wenn man uns garantiert angesehen hat, dass wir selten auf diesem Niveau und in dieser Preisklasse essen gehen. Apropos: Für die drei Gänge, eine Flasche Wein, Wasser und zwei Cocktails haben wir in etwa 150€ zusammen bezahlt. Das ist nicht wenig, allerdings war es uns das alle Mal wert, immerhin gehen wir maximal zwei Mal im Jahr in diesem Ausmaß essen.

Um es kurz zu sagen: das L’Opéra ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert für alle, die sich für Design interessieren und etwas Neues ausprobieren möchten, ohne sich allzu weit aus dem Fenster zu lehnen. Die Preise sind in vielen Restaurants höher als in anderen europäischen Großstädten, allerdings wurde deren Küche auch nicht zum Weltkulturerbe ernannt :)

Hier noch zwei hilfreiche Links:

Homepage des L’Opéra

L’Opéra bei Tripadvisor

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Räucherlachs-Spinat Quiche

Et voilà, hier ist Teil 2 des französischen Cheatdays! Diesmal klassisch, ohne amerikanischen Einschlag und ohne Ziegenkäse ;) Quiche ist eines meiner liebsten Gerichte. Als ich vor ca. einem Jahr in Paris war, fiel es so schwer, mich zwischen den ganzen Gebäcken in der Auslage zu entscheiden, eine Quiche musste es jedoch immer sein!
Frau Knusper hat kürzlich ebenfalls eine gebacken und da es meine erste Quiche werden würde, hatte ich somit schon mal eine Idee, wie ich den Boden zubereiten kann. Für den Belag kann man im Grunde alle Zutaten nach Belieben wählen, mein Favorit ist jedoch Räucherlachs mit Spinat.
Nebenbei, im Museum war es gestern ganz großartig! Wer in der Nähe von Essen wohnt und sich für Kunst & Mode interessiert, wird von der Lagerfeld-Ausstellung im Folkwang definitiv nicht enttäuscht werden. Zu sehen gibt es einige von Lagerfelds Fotografien, Modeentwürfen sowie einen Teil seiner privaten Plakatsammlung. Wer sich für seine Tätigkeit als Chefdesigner bei Chanel interessiert wird sich zudem sehr für die ausgestellten Haute Couture-Kleider und die Miniaturmodelle seiner Shows im Grand Palais begeistern können.
Hier in Essen gibt es übrigens auch einige nette Cafés und Restaurants, deswegen schaut ruhig mal vorbei ;)

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Da es meine 1. Quiche war, möchte ich ihr übrigens gerne den Namen Alicia geben. Alicia Quiche.

Zutaten (ich habe eine 20er Springform verwendet, ihr könnt aber auch eine größere nehmen):

Für den Boden:
225g Mehl
140g Butter (in Flocken)
1 Ei
1 Prise Salz

Für den Belag:
200g Räucherlachs
300g TK-Blattspinat
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
3 Eier
200g Creme Fraîche
Salz
Pfeffer
Muskat
Paniermehl

Zubereitung:

1. Alle Zutaten für den Boden zu einem gleichmäßigen Teig verkneten.
2. Die Springform einfetten, bemehlen und den Teig ebenmäßig auf dem Boden und den Wänden festdrücken. Das Ganze für 1 Stunde kalt stellen. Danach die Form für 15 – 20 Minuten bei 180° in den Ofen schieben.
3. Zwiebel und Knoblauch fein hacken und in der Pfanne glasig dünsten.
4. TK-Spinat auftauen und mit in die Pfanne geben. So lange köcheln lassen, bis die Feuchtigkeit entwichen ist.
5. Lachs in kleine Stücke schneiden und mit der Spinat-Zwiebel-Pfanne vermengen. Das Ganze mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.
6. Die 3 Eier mit der Creme Fraîche verquirlen.
7. Den Boden mit Paniermehl bestreuen. Dann die Lachs-Spinat-Mischung darauf verteilen und die Soße darübergießen.
8. Alles für 50 Minuten bei 180° Umluft im Ofen backen.
9. Quiche vor dem Servieren in der Form für 10 Minuten auskühlen lassen.

Keine Nährwertangaben bei Treatmeals :)

Guten Appetit!

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Croque Monsieur meets French Toast

Nach zwei durchgearbeiteten Samstagen steht nun endlich wieder ein komplett freies Wochenende an! Zwar bin ich etwas verschnupft, das soll mich heute aber nicht davon abhalten, mir die Karl Lagerfeld Ausstellung im Folkwang Museum auszuschauen, welche schon vor einem Monat eröffnet wurde. Davon inspiriert wollte ich dem heutigen Cheatday ein französisches Flair verleihen – wenn schon drauf los futtern, dann auch bitte mit Stil!
Den Anfang macht das Frühstück, eine Mischung aus Croque Monsieur und French Toast. Croque Monsieur gibt es in fast jedem Pariser Bistro und erinnert ein wenig an einen Toast Hawaii ohne Ananas, dafür mit einer zweiten Toastscheibe. Es gibt verschiedene Zubereitungsarten, normalerweise wird er aber durch geschmolzene Butter gezogen und mit Käse überbacken.
Der French Toast wird dagegen in der Pfanne zubereitet, kommt ganz ohne Schinken und Käse daher und ist trotz seines Namens ein Amerikaner (wobei es das Prinzip ‚altes Brot in Milch und Ei getunkt‘ überall gibt, bei uns heißt es ‚Armer Ritter‘).
Zu guter Letzt habe ich dann noch für die eine Hälfte Ziegenkäse und Putenbrust statt Emmentaler und Schinken verwendet und könnte dem Gericht somit im Grunde auch einen völlig neuen Namen geben :D
Wer den Toast etwas gesünder zubereiten möchte, kann statt der Butter übrigens Kokosöl verwenden.
Ich mache mich gleich auf den Weg ins Museum und werde danach das französisch-inspirierte Abendessen vorbereiten, welches ich dann morgen online stelle :) Habt ein schönes Wochenende!

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Zutaten für 1 Portion (2 Stück):

2 Scheiben Vollkorntoast
1 Scheibe Ziegenkäse (oder ein anderer Scheibenkäse)
1 Scheibe Putenbrust oder Kochschinken
100ml Milch
1 Ei
Butter
Salz
Pfeffer

Zubereitung:

1. Milch und Ei miteinander verquirlen.
2. Eine Scheibe Toast mit dem Käse und dem Schinken belegen und die zweite Scheibe obenauf legen.
3. Das Sandwich von beiden Seiten durch die Milch-Ei-Mischung ziehen.
4. Butter in einer Pfanne schmelzen. Dann die Sandwiches von beiden Seiten auf mittlerer bis hoher Temperatur kross braten.
5. Salzen, pfeffern und servieren!

‚Désolé, il n’y a aucune information de calories et de protéines‘ – Google Translator ;)

Guten Appetit!

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Orecchiette mit Rucola & Roquefort

Vor einiger Zeit habe ich das Ox-Kochbuch 3 geschenkt bekommen, ein Kochbuch mit ausschließlich veganen und vegetarischen Rezepten. Ich hatte mir immer wieder vorgenommen, etwas daraus zu kochen, was aber auch immer wieder irgendwie vergessen wurde. Jetzt in der stressigen Weihnachtszeit fehlen mir leider öfter interessante Ideen zum Kochen, weswegen ich mich jetzt wieder an das Buch erinnerte. Besonders das Gericht auf Seite 116 hat mich sofort zum Nachkochen verführt, wobei ich den Scamorza (geräucherten Mozzarella) durch Roquefort (Blauschimmelkäse aus Schafsmilch), den Ricotta durch fettreduzierten Hüttenkäse ersetzt und die Menge der Zutaten leicht abgeändert habe:

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Zutaten für 1 Portion:
60g Orecchiette (oder andere Nudeln)
75g Roquefort
100g Hüttenkäse (2,2%)
ca. 2 Handvoll Rucola
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Salz
Pfeffer

Zubereitung:

1. Nudeln im gesalzenen Wasser kochen.
2. Knoblauch klein hacken und in der Pfanne glasig dünsten.
3. Die Zwiebel in halbe Ringe schneiden und auf mittlerer Stufe mitbraten.
4. Eine Hälfte des gewaschenen Rucolas klein hacken und ebenfalls in die Pfanne geben.
5. Den Roquefort in kleine Würfel schneiden.
6. Die Temperatur auf dem Herd runterschalten und den Hüttenkäse sowie die Hälfte des Roqueforts zu der Pfanne geben. Gut verrühren.
7. Die gesiebten Nudeln zu der Soße geben und wieder gut verrühren. Ca. 2 Minuten lang köcheln lassen.
8. Nudeln mit dem restlichen Rucola und Roquefort anrichten.

kcal pro Portion: 630 Protein pro Portion: 33g

Guten Appetit!