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FIBO 2014

Gerne hätte ich euch diesen Bericht direkt am Montag geliefert, jedoch nimmt mein Uni-Blockseminar mehr Zeit in Anspruch als gedacht (dabei wurden die Geißelungen bisher noch nicht einmal in einem Nebensatz erwähnt).
Nun freue ich mich aber, ein wenig Zeit zu haben, um meine Erlebnisse in Worte zu fassen und euch meine Eindrücke zu schildern! Dabei hat das Wort FIBO bei mir nicht immer Begeisterungsstürme ausgelöst.

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Denn die ersten Jahre, in denen ich mit dieser Messe zu tun hatte, waren geprägt von Verlustängsten – meine Mutter ist und war Fitnesstrainerin und FIBO hieß vier Tage ohne Mama, die bestenfalls bei McDonald’s verbracht wurden, da niemand zum Kochen da war. Aber ich will euch jetzt auch nicht mit meiner Kindheit langweilen, wir wissen ja, dass aus mir ein starkes Mädel geworden ist.

Dieses Jahr fand die FIBO zum 29. Mal statt, abermals in Köln. Bis vor zwei Jahren diente noch die Essener Messe Gruga als Veranstaltungsort, was für mich natürlich ein Katzensprung gewesen wäre, schließlich ist Essen meine Wahlheimat. Damals drehte sich allerdings noch alles um Jungs, Pferde und Mädchenbands (ja okay, nicht wirklich) und Fitnessmessen wurden von mir noch mit einem Schulterzucken abgetan. Aber ich will nicht jammern, denn wenn ich bei Instagram sehe, wie viele ein Hotel buchen mussten, um überhaupt Zeit auf der FIBO verbringen zu können, sind die fünfzig Minuten Fahrt immer noch ein Klacks.

Viele haben es wahrscheinlich schon von euch mitbekommen, die Messe war dieses Jahr bereits im Vorraus ausverkauft. Als ich mich um Karten kümmerte, war der Samstag bereits schon vergriffen, der Sonntag zum Glück aber noch verfügbar. Der Grund dafür soll gewesen sein, dass die Veranstalter dieses Jahr einen zu großen Ansturm verhindern wollten. Ich habe keine Erfahrungen mit den letzten Jahren, muss aber sagen, dass es wirklich sehr angenehm war, sich durch die Hallen zu bewegen (selbst durch die Supplements-Halle und da sind die Besucher ja nun mal oft etwas platzeinehmender). Ich kann aber auch den Unmut derer verstehen, die kein Ticket bekommen haben. Zwei Tage für Privatbesucher sind tatsächlich etwas wenig. Ich bin gespannt, wie das Ganze nächstes Jahr ablaufen wird.

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Am Sonntag sind mein Freund und ich sehr früh losgefahren und waren gegen halb 10 an der Messe. Nach einem anfänglichen Schock (10€ Parkgebühr, WTF??) gings auf direktem Weg in Halle 10, der Haupthalle der FIBO Power-Sektion und Mekka aller Bodybuildingfreunde. Dort waren hauptsächlich Sportnahrungshersteller zu finden, die ihre Pulver, imageRiegel und Pfannkuchenmischungen unter das Pumpervolk bringen wollten. Das Angebot war enorm, Gratisproben und tatsächlich niedrige Messepreise waren jedoch eher die Seltenheit. Was mich hauptsächlich freute, war, dass es so einfach war, sich mit verschiedenen Produkten einzudecken, ohne eine Riesenbestellung im Internet aufgeben zu müssen (denn wer will sich schon nur zum Probieren direkt mit  einer 12er Box Oh Yeah- oder Questbar-Riegel eindecken?).image

Zusätzlich hatte man die Möglichkeit, sich mit einigen Bodybuildern am Stand ihrer Sponsoren fotografieren zu lassen. Im Grunde bin ich viel zu schüchtern für so etwas, irgendwann hatte mich mein Freund dann aber doch überredet, es zu tun ;) Was Männer und Bodybuilding angeht, geht mein Interesse gegen 0 (aber es ist gut, dass ihr was für eure Gesundheit tut, Jungs!), manche Kraftsportfrauen bewunder ich aber doch sehr und so wollte ich zumindest zusammen mit Mirjam Rodrigues da Silva und Valeria Ammirato posieren. Alina Andrews, die zusammen mit Mirjam bei SanNutrition stand, gesellte sich noch hinzu und so habe ich drei nette neue Bekanntschaften gemacht an dem Tag :) Im Übrigen schien es für die Mädels genauso nett gewesen zu sein, zumindest wirkten sie doch sehr erfreut, dass zur Abwechslung mal eine Frau auf sie zuging…

Nebenbei gab es auch einige Wettkämpfe wie Armwars, Strongman und die Bikini Competition zu sehen. Letztere hatte ich mir auf meinem Zeitplan vermerkt, der Rest kam eher zufällig zustande, so auch die Autogrammstunde mit Lennox Lewis. Trotz großer Schwärmerei zu Teeniezeiten beließ ich es aber bei einem unscharfen Foto.

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… denn ich hatte Hunger. Entgegen meiner Erwartungen gingen die FIBO-Veranstalter nicht davon aus, dass alle Besucher am Sonntag Cheatday haben, sondern haben das Angebot an den Imbissständen und Restaurants meines Erachtens imagesehr gut auf die Vorlieben von Sportlern abgestimmt. So gab es viele eiweißhaltige und kohlenhydratarme Gerichte wie gegrillten Lachs, Hähnchenfleisch auf Couscoussalat oder, wie auf meinem Teller zu sehen, mediterranen Nudelsalat mit Frikadelle. Vegane Speisen waren ebenfalls auf dem Menüplan zu finden.

Nach dem Essen schauten wir uns den Rest der Messe an. Die anderen Hallen waren schwerpunkttechnisch eher an Functional Training, spielerischen Sportarten und Wellness orientiert. Es ist einfach unglaublich, was es für verschiedene Möglichkeiten gibt, sich sportlich zu betätigen! Schade, dass ich ein ziemlicher Trottel bin, was Koordination angeht. Und dass sich unser Parkettboden sehr wahrscheinlich nicht gut mit einer Pole Dance Stange verträgt.

Nach der Power-Abteilung ließen wir es relativ locker angehen und schauten uns daher nicht alles im Detail an. Alles war interessant anzusehen, die einzige Halle, die uns dann aber noch so richtig mit in den Bann ziehen konnte, war die mit den Studio-Geräten. Ich war natürlich ziemlich fasziniert von den Möglichkeiten, die die Geräte bieten konnten, schließlich trainiere ich ja ausschließlich zuhause. Das ist zwar nicht uneffektiv (wäre ja auch sehr blöd von mir), allerdings sehr viel unluxuriöser und weniger raffiniert als das Training an den High-Tech-Innovationen. Interessant fand ich vor allem die Hersteller X-Force und Freemotion. Wer weiß… vielleicht… irgendwann, wenn ich voll verdiene… werde ich mich eventuell doch noch in einem Fitnessstudio anmelden :)

imageNach etwa fünf Stunden begaben wir uns zum Parkplatz und, oh Wunder, unser Auto war trotz der 10€ Parkgebühr immer noch ungeputzt. Trotzdem waren wir froh, mit dem Auto gekommen zu sein, denn nach so viel Lauferei war es ein Segen, nicht noch mit der Bahn zurück zu müssen, zumal das vorhergesagte Chaos auf dem Parkplatz und dem Weg zur Autobahn ausblieb. Mitgenommen haben wir drei volle Tüten, die mich fühlen ließen, als sei ich die Carrie Bradshaw der Pumperszene. Den Inhalt der Tüten seht ihr im rechten Bild: vor allem Riegel, Shakes und Pulver haben es mit in mein Zuhause geschafft, teils geschenkt, meist jedoch gekauft. Die Testberichte dazu werden selbstverständlich in der nächsten Zeit folgen :)

Es war meine erste FIBO und ich muss sagen, dass ich trotz großer Erwartungen nicht enttäuscht wurde. Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass mein Weider Whey Pulver mehr als 1,50€ günstiger gewesen wäre im Vergleich zum Normalpreis und auch über ein paar Gratisproben mehr hätte ich mich gefreut, aber dass die wirklichen Messeschnäppchen der Vergangenheit angehören, ist ja kein Geheimnis. Trotz der typischen Bodybuilding-Negativbeispiele war die Atmosphäre so toll, dass ich mich richtig wohl gefühlt habe. Es war schön, an einem Ort zu sein, wo sich alles um mein Hobby dreht und Sportlerinnen, die meinem Ideal sehr nahe kommen, anzutreffen waren.

Nächstes Jahr bin ich definitv wieder dabei! :)

Vielen Dank fürs Lesen!

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Cheat happens.

Achtung, es folgt ein laaanger Post. Aber erst zeige ich euch mein heutiges Abendessen:

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Wenn ihr schon länger mitlest, wisst ihr ja, dass ich einmal in der Woche kulinarisch auf die Pauke haue. Dann wird nichts abgewogen (zumindest nicht, um den Nährwert zu ermitteln), nicht auf Low Carb am Abend geachtet und keine einzige gesättigte Fettsäure vom Tellerrand gestoßen. Gerichte, die an solchen Tagen entstehen, habe ich in die Kategorie Treatmeal gepackt. Hier erkläre ich auch kurz, warum ich diesen Begriff anstelle von Cheatmeal gewählt habe.

Heute möchte ich mehr zu dem Thema schreiben, weil es diesbezüglich viele Unsicherheiten gibt und es mich auch selber interessiert, wie andere Leute es handhaben. Ich habe keine medizinische oder ernährungswissenschaftliche Ausbildung, ich kann also nur aus meiner Sicht erzählen und das ist die eines 26jährigen, gesunden Mädels, welches 6 Mal die Woche Sport treibt. So wie ich es handhabe, funktioniert es gut für mich. Wenn ihr Übergewicht habt und abnehmen wollt, eine Stoffwechsel- oder Schilddrüsenerkrankung habt oder euer Hormonhaushalt aus den Fugen geraten ist, dann solltet ihr das Thema sehr wahrscheinlich anders angehen und jemandem vertrauen, der in dem Bereich qualifiziert ist!

So, nachdem ich jegliche Verantwortung abgelegt habe, kann es dann ja losgehen :D In diesem Artikel nenne ich das Kind wieder beim ursprünglichen Namen, nämlich Cheatmeal/Cheatday, einfach, damit es eindeutiger ist. Zugegebenermaßen bin ich auch nicht ganz glücklich mit dem Begriff Treatmeal und dankbar für jeden, der einen besseren Vorschlag hat.

Cheatday wird der Tag in der Woche genannt, an dem ernährungstechnisch alle Fünfe gerade gelassen werden. Voraussetzung ist natürlich, dass man den Rest der Woche wirklich diszipliniert und gesund is(s)t, denn warum sollte man sonst cheaten (=schummeln)? Manche machen aus dem Cheatday auch nur ein Cheatmeal, also nur eine Mahlzeit in der Woche, die da ist, um Gelüste zu stillen und die nicht unbedingt in den Ernährungsplan passt. Auch ich habe versucht, das Ganze nicht ausufern zu lassen und mir beispielsweise nur eine Pizza am Wochenende bestellt. Ich merkte aber irgendwann, dass das für mich noch schwieriger war, als komplett gesund zu leben, denn plötzlich war ich im „Flow“, naschte immer weiter und hatte im Nachhinein ein schlechtes Gewissen, weil ich mir doch vorgenommen hatte, nur die Pizza zu essen. Seitdem räume ich einen ganzen Tag dafür ein und muss sagen, dass es keinerlei Auswirkungen auf mein Gewicht hat, obwohl es sich um eine wirklich hohe Anzahl von Kalorien handelt (ich will hier nicht damit angeben, wie viel ich essen kann… aber was bringt es, wenn ihr denkt, ich halte ein halbes Snickers für ein Cheatmeal und staune, dass ich nicht zunehme?). Findet einfach raus, wie es für euch, eure Ziele und Befindlichkeiten am besten ist. Ich bin mir bewusst, dass es mit ansteigendem Alter oder gewissen genetischen Voraussetzungen nicht so einfach ist. Trotzdem halte ich einen Cheatday für sinnvoll, nämlich aus folgenden Gründen:

Für den Kopf

Clean Eating halte ich für eine gute Sache. Aber wie heißt es so schön – „Everything in moderation, even moderation“. Für mich ist es einfacher, mich unter der Woche gesund zu ernähren und mich dann am Wochenende auszutoben. Jeden Tag ein bisschen zu naschen würde mich direkt wieder in so einen „Flow“ bringen und ich hätte Lust auf mehr und mehr und mehr. Vollkommen auf Ungesundes zu verzichten ginge allerdings auch nicht, denn dann würde ich unkontrollierten Heißhungergelüsten nachgeben und mich hinterher fragen, was ich da eigentlich gemacht habe. Man könnte sagen, Cheatdays halten mich bei der Stange. Und zeigen mir auch jedes Mal, wieviel besser es für mich ist, dass ich mich sonst gesund ernähre, denn ich werde mir den negativen Auswirkungen von ungesunden Lebensmitteln wie Trägheit oder einem schweren Gefühl im Magen einfach immer wieder bewusst.

Für den Körper

Wie schnell wir zu- und abnehmen hängt ganz entscheidend vom Stoffwechsel ab. Bestes Beispiel ist der Jojo-Effekt: drosseln wir unsere Kalorienzufuhr sehr stark, so nehmen wir anfänglich auch sehr viel ab – der Stoffwechsel stellt sich aber darauf ein und verarbeitet die Prozesse langsamer als zuvor. Dadurch stagniert die Gewichtsabnahme und schlimmstenfalls wiegt man sogar mehr als zu Beginn der Diät. Will man also abnehmen, ist es wichtig, den Stoffwechsel immer wieder anzuspornen. Ernährt man sich durchschnittlich gesund und seinem Tagesumsatz an Energie entsprechend, muss man keinen Cheatday einschieben. Macht man aber nebenbei viel Sport, so kann die Kalorienzufuhr unter dem benötigten Leistungsumsatz liegen, ohne dass man es bemerkt. In dem Fall kann ein Cheatday ebenfalls hilfreich sein.

Für das Sozialleben

Mit dem Essen verhält es sich ein bisschen so wie mit Alkohol – ich kann auch ohne Bier und Wein Spaß auf einer Party haben und muss ebenso wenig beim gemeinschaftlichen Grillen jede Wurst und jeden Salat probieren. Manchmal macht es aber eben schon einen Unterschied, ob man mit Freunden nur eben spazieren geht oder gemeinsam beim Italiener sitzt und es sich bei einem lecker angerichteten Teller Pasta gut gehen lässt. Essen ist eben auch Sinnlichkeit, etwas, was Menschen aneinanderknüpft. Jemanden auf einen Kaffee einzuladen ist eine vertrauensvolle Geste und das gemeinsame zu-Abend-essen etwas, was verbindet. Wenn man gerade abnimmt, bekommt man von seinem Umfeld hoffentlich Unterstützung und daher nicht eine Einladung nach der anderen. Man sollte aber auch abwägen, ob es nicht manchmal einfach schöner ist, auf das Glas Wasser und den Gartensalat zu verzichten und etwas zu bestellen, wonach einem in dem Moment wirklich ist.

Für das Hobby

Ich koche und backe sehr gerne und stoße oft auch auf deftige und süße Rezepte, die absolut gar nichts mit gesunder Ernährung zu tun haben, die ich aber unbedingt mal ausprobieren möchte. Okay, mein heutiges Cheatmeal dient zugegebenermaßen als schlechtes Beispiel, aber ich war alleine zuhause und hatte seit mindestens einem Jahr keinen Ofenkäse ;) Ich liebe es vor allem beim Backen reichlich Zucker und Butter zu verwenden und mir sicher sein zu können, dass wenn ich technisch nichts falsch gemacht habe, das Gebäck zu 99% einfach großartig schmecken wird – das ist bei Experimenten ohne Zucker und Fett nicht immer der Fall. Ich möchte beim Kochen und dem Umgang mit Lebensmitteln noch sehr viel lernen, egal ob es darum geht, Weinsorten zu unterscheiden, einen Thanksgiving-Truthahn zuzubereiten oder meinem Kind irgendwann einfach die abgefahrenste Geburtstagstorte ever zu zaubern – und dafür muss ich mich nunmal auch an die scharfen Geschütze trauen :)

Im Grunde geht es beim Cheatday darum, sich mal nicht um alles Sorgen zu machen. Manches solltet ihr aber trotzdem beachten:

  • Viele Bodybuilder halten es für sinnvoll, auf einen Durchschnittskalorienwert zu achten, um den Stoffwechsel anzuspornen – Beispiel: heute 2000 Kalorien, morgen 2200 Kalorien = Durchschnittswert 2100. Einen Cheatday sollte man aber nicht dadurch ausgleichen, dass man einen Tag davor oder danach (oder womöglich sogar mehrere Tage) hungert. Dieser Tag ist ein Bonus, weswegen man sich an anderen Tagen nichts klauen und womöglich seinen Körper schaden soll.
  • Apropos Bonus: wenn ihr euch den langersehnten Eisbecher gönnt und euch in dem Moment freut wie ein kleines Kind, dann sitzt nicht später vor dem leeren Becher und redet euch ein schlechtes Gewissen ein. Genuss ist menschlich und verdient, vor allem, wenn ihr sonst auf eine gute Ernährung achtet. Auch wenn es dann eben noch ein Eisbecher mehr geworden ist.
  • Freut euch nicht zu früh – ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Essen nur halb so gut schmeckt, wenn ich es schon zwanzig Mal in Gedanken vorgekaut habe. Bereitet euch auch an den anderen Tagen Mahlzeiten zu, auf die ihr euch freut, z.B. ein Müsli mit frischem Obst und Zartbitterraspeln, ein herzhaftes Omelett oder einen Salat mit einem besonderen Käse. Das Cheatmeal sollte nicht zum Highlight des Tages oder vielleicht sogar der ganzen Woche werden, es sei denn, es findet in einem besonderen Rahmen, z.B. einer Essenseinladung von Freunden, statt.
  • Geht nicht am Cheatday einkaufen. Die Erfahrung habe ich erst vor zwei Wochen gemacht,  als mein Freund und ich an genau dem Tag im Supermarkt standen und uns verhalten haben wie zwei 10jährige im Disneystore. Von dem Einkauf hätten wir 4 Tage cheaten können.
  • Das wäre allerdings auch kein Weltuntergang gewesen. Manchmal ist es eben so, dass Freitag die beste Freundin zum Sushiessen, am Samstag der Arbeitskollege zum Cocktailtrinken und am Sonntag die Eltern zu Kaffee & Kuchen einladen. Deswegen sollte man aber niemanden vertrösten oder diszipliniert und dafür totunglücklich vor seinem unangetasteten Stück Bienenstich sitzen. Augen zu und YOLO.
  • Stellt euch nicht am nächsten Morgen auf die Waage. Die Plauze ist vielleicht verschwunden, aber das Essen ja immer noch nicht… aus eurem System. Außerdem habt ihr unter Umständen einiges an Wasser eingelagert, vor allem, wenn ihr salzreiche Lebensmittel gegessen habt.
  • Versucht trotzdem, ein paar Vitamine und Mineralstoffe zu euch zu nehmen. Euer Körper regeneriert sich auch am Cheatday und weiß ein bisschen Unterstützung zu schätzen.
  • Falls ihr nicht Nein sagen konntet und euer Bauch spannt und schmerzt, trinkt viel Wasser (ohne Kohlensäure!) oder Kräutertee. Vermeidet es, Schmerztabletten für etwas zu nehmen, meist reizen diese die Magenschleimhaut nämlich zusätzlich (vor allem Ibuprofen).
  • Wenn ihr viel und gerne Sport treibt, solltet ihr immer mindestens einen Ruhetag in der Woche einbauen, an dem euer Körper Kraft sammeln kann. An dem Tag habt ihr natürlich einen geringeren Leistungsumsatz, weswegen ihr Cheatday und Restday möglichst nicht auf den selben Tag legen solltet. Manchmal geht es natürlich nicht anders. Ich stehe auch nicht an einem Sonntag um 6Uhr auf, um vor dem Zoo noch eine Runde joggen zu gehen.
  • Macht es auch aber auch nicht anders rum und so ähnlich wie bei Punkt 1, indem ihr am Cheatday plötzlich 2 Stunden Ausdauertraining macht, weil ihr Angst vor den Kalorien habt. Schließlich machen wir den Cheatday ja nicht nur zum Spaß! Wir wollen ja Stoffwechsel und mentales Durchhaltevermögen antreiben und wo kommen wir denn ohne das Kalorienplus und das entspannte Butter-aufs-Brot-Schmieren hin?
  • Genießt das Essen in vollen Zügen und macht nicht noch 10 andere Dinge nebenbei. So eine Pizza Supreme ist schneller weggeatmet als man denkt. Es sei denn, ihr nehmt euch einen Filmabend mit einer großen Schale Popcorn und Chips vor, das hat natürlich nochmal einen ganz anderen Charme :)

So. Wer gehofft hat, dass am Ende ein Fazit kommt, damit er sich nicht durch den kompletten Post quälen muss – bittesehr:

Und jetzt stelle ich mir meine Overnight Oats für morgen früh in den Kühlschrank.

Vielen Dank fürs Lesen!

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Hintern hoch, es geht los

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Vielleicht erinnert sich der ein oder andere von euch an meinen Neujahrsvorsatz, öfter laufen zu gehen. Das letzte Mal war im September oder Oktober, also schon ein gutes halbes Jahr her! Grund dafür war ganz lapidar die Kälte, auch wenn der Winter recht mild war. Komischerweise kann ich mich eher zum Joggen motivieren, wenn draußen Temperaturen um die 28° sind, als wenn das Thermometer nur bis kurz über 0 steigt, daher habe ich mein Cardioprogramm über den Winter hinweg auf den heimischen Gerätschaften absolviert.

Nun wo ich mich über die ersten Hyazinthen in meiner Wohnung freue und die Sonne etwas öfter zum Vorschein kommt, muss ich mir eingestehen, dass es an der Zeit ist, den Heimtrainer wieder öfter durch die Laufschuhe zu ersetzen. Zwar habe ich es schon vermisst, ein bisschen Frischluft beim Sport zu schnuppern, allerdings habe ich in letzter Zeit schnell Atemprobleme bei Belastungsspitzen und war mir sicher, dass meine zimperlichen Knöchel auch wieder alles andere als begeistert von meiner Idee sein würden. Trotzdem schnallte ich mir Donnerstagmorgen mutig mein Hüfttäschchen um (obwohl ich in der 6. Klasse schwor, diese Dinger nie wieder zu tragen), schnappte mir meine Kopfhörer und nahm mir vor, es dafür etwas langsamer angehen zu lassen. Bevor es los ging, schmiss ich meine Spotify-Playliste sowie Runtastic an und stellte meinen Timer auf 22 Minuten – denn anstatt im Kreis zu laufen, drehe ich nach der Hälfte der Zeit einfach wieder um. Das ist für mich die sicherere Variante, da ich so gut wie keinen Orientierungssinn besitze (dazu später mehr).

Was mir zunächst wieder bewusst wurde – mein neues Viertel lädt landschaftlich alles andere als zum Laufen ein. Vorher wohnte ich direkt neben einem Wald und dem Grugapark, lief auf festem Erdboden und begegnete dem ein oder anderen freundlich bellenden Hund. Zwar haben wir nun auch einen kleinen Park in der Nähe, der stellt allerdings wirklich kein schönes Plätzchen Natur dar und bietet hauptsächlich aufgeplatzten Asphalt als Untergrund. Mein optisches Highlight ist die Ruhr, an der ich auch einmal kurz für dieses Foto stehen blieb:

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Der Uferabschnitt ist nicht unbedingt hässlich, es hätte mich allerdings auch nicht gewundert, wenn mich während des Laufens das reichlich ungepflegte Mädchen aus „The Ring“ dort angehalten hätte, um mir Erfrischungen zu reichen.

Kaum war ich ein wenig die Ruhr entlanggetrabt, klingelte auch schon mein Timer und ich kehrte um. Wie gesagt, ich lief den gleichen Weg zurück. Fragt mich nicht wie, aber ich schaffte es tatsächlich,
imagevom Weg, der der gleiche wie der Hinweg war und den ich auch vorher schon 5, 6 Mal gelaufen bin, abzukommen
und lief im Endeffekt fast den kompletten Rückweg eine betonierte Hauptstraße entlang. Bergauf. Ein Traum. Die Route verlängerte sich zudem um 13 Minuten, weswegen das mit dem langsam angehen auch somit erledigt war. Mit Runtastic ließe sich der Moment des Scheiterns gut nachkonstruieren, allerdings reicht mein Orientierungssinn nicht mal dafür aus. Nächstes Mal muss ich also etappenweise Brotkrümel fallen lassen.

Als ich Zuhause mit roter Birne zur Tür rein kam (das habe ich doch irgendwie geschafft), spürte ich, wie meine Beine zu Pudding mutierten, aber auch, dass dieses selige Gefühl eintrat, welches man nur bekommt, wenn man sich gerade richtig verausgabt hat. Die Dusche fühlte sich herrlich an, auch wenn zu dem Zeitpunkt schon abzusehen war, dass ich am nächsten Tag einen mächtigen Muskelkater haben würde. Die Knöchel beschwerten sich zum Glück nicht so stark wie gewohnt, allerdings habe ich diesmal auch auf Intervall-Sprints verzichtet und eher versucht, ein gleichbleibendes Tempo beizubehalten (was bis zu meinem Ausreißer auch ganz gut geklappt hat). Damit konnte ich wohl auch die Atemprobleme verhindern. Das Einzige, was mir körperlich unangenem aufgefallen ist, war ein Schmerz teils abwechselnd, teils gleichzeitig in der vorderen Schultermuskulatur, ähnlich wie Seitenstechen. Den Schmerz kenne ich noch von den ersten Läufen im letzten Jahr und ich hatte auch das Gefühl, dass dieser mit der Zeit wieder verschwand. Vielleicht weiß einer von euch ja um welchen Schmerz es sich handelt? Auch wenn es nichts Schlimmes war, würde mich die Erklärung dafür doch sehr interessieren :) Der Muskelkater hat sich übrigens schon am nächsten Morgen zu erkennen gegeben, vor allem in den Innenschenkeln und an den seitlichen Bauchmuskeln.
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Trotz kleiner Zieperei, partieller Verwirrtheit und der Feststellung, dass Essen nicht nur auf den großen Straßen ein Problem mit Schlaglöchern hat, bin ich happy und hoffe, morgen früh wieder Laufen gehen zu können. Denn auch wenn ich eher ein Freund von Kraftsport als von Cardiotraining bin, ist es einfach schön, erschöpft auf dem Sofa zu liegen und zu wissen, dass man den Schweinehund überlistet hat. Selbst wenn beim gemütlichen Füßehochlegen direkt schon wieder einer zu mir hochgeblickt hat :)

Vielen Dank fürs Lesen!

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siebzigzudreißig

Eine Regel besagt, dass das Aussehen eines Körpers zu 70% durch die Ernährung und nur zu 30% durch sportliche Betätigung bestimmt wird (Genetik mal außen vor). Zwar gibt es von Mensch zu Mensch Unterschiede, wenn man sich  allerdings seine Gedanken zu dem Thema macht, ist die Aussage gar nicht mal so weit hergeholt. Zum Einen wird der Kalorienverbrauch durch Sport oftmals überschätzt. Beispiel: Eine Stunde Joggen verbraucht in der Regel 500 – 600 Kalorien. Den gleichen Energiewert hat ein durchschnittlich belegter Burger. Greift man ansonsten auch beherzt zu, ohne auf die Nährwerte zu achten, so liegt man ziemlich fix über seinem Leistungsumsatz (Kaloriengrundverbrauch + die zusätzliche Energie, die für Bewegung und Verstoffwechselung gebraucht wird), was zur Folge hat, dass der Körper auf lange Sicht gesehen vermehrt Fett einlagert.

Punkt 2 knüpft direkt hier an – zwar kann man auch mit gesunder Ernährung auf einen Kalorienüberschuss kommen, bei hochwertigen Lebensmitteln wird allerdings mehr genährt als nur die Fettzellen. Die Zellteilung wird beschleunigt, das Muskelwachstum angeregt und der Kreislauf arbeitet besser mit. Kalorien sind deswegen nicht gleich Kalorien und ein Körper, der wenig und gleichzeitig „leere“ Kalorien zu sich nimmt, nicht zwangsläufig fitter und schlanker als ein Körper, der sich von vielen und dafür brauchbaren Kalorien ernährt.

Das Stichwort ist hier Clean Eating, ein Begriff der wie so oft aus den USA zu uns rübergeschwappt ist. Clean Eating ist mehr als nur eine gesunde Ernährungsweise, es bedeutet, gänzlich auf Nahrungsmittel natürlichen Ursprungs zurückzugreifen, auf chemische Zusätze sowie Zucker zu verzichten und stark verarbeitete Lebensmittel wie helle Nudeln und Weißmehl zu meiden. Ursprung des Gedanken ist, dass der Körper künstliche oder im hohen Ausmaß modifizierte Zutaten nicht korrekt zu verarbeiten weiß und mit Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen, Entzündungen und anderen negativen Reaktionen auf sie reagiert.

In den USA herrscht seit Längerem bereits ein regelrechter Hype um das Clean Eating inklusive Detox-Smoothies, zu „Superfoods“ erkorenen Lebensmitteln und dem bei uns oftmals hinterlassenen Eindruck, als könnten die Themen Fitness und Ernährung in den Staaten sich nicht davor retten, in ein Extrem abzurutschen. Wenn dieser Hype/Trend dazu führt, dass Leute sich mehr mit Lebensmitteln und deren Auswirkungen beschäftigen, dann ist das eindeutig eine gute Sache (ich wäre sonst vielleicht auch nicht auf Quinoa und Chiasamen gestoßen), aber man sollte es auf jeden Fall nicht so weit treiben, dass man sich das Leben dadurch schwerer macht, als es ohnehin schon ist.

Ich versuche, hauptsächlich natürliche Lebensmittel zu verwenden und suche bei einem Fertigprodukt wie Grillsoßen auch schon mal länger bis ich ein Etikett ohne E-Nummer gefunden habe, kann aber bei einem 11-Stunden-Arbeitstag nicht auf meine 1,5l Light-Cola verzichten und fahre auch nicht für schwer zu besorgende Produkte, die nur einmalig verwendet werden (Klassiker Wasabipaste) durch die Gegend, nur um mein Gewissen zu beruhigen.

Oft hilft es schon, sich im Supermarkt ein bisschen genauer umzuschauen oder so etwas wie Erdbeerjoghurt mit ein paar Handgriffen selber herzustellen und auf die fast schon übernatürlichen Produkteigenschaften, die mit den chemischen Zusätzen hervorgerufen werden sollen, hierbei zu verzichten.
Im Endeffekt ist es wie im restlichen Leben. Nehmt euch selbst und euer Umfeld nicht zu ernst, seid aber schlau genug, euch von den wirklich furchtbaren Menschen fernzuhalten ;)

Vielen Dank fürs Lesen!

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Werbung vs. Realität

Beim Essen ist es doch oft so wie bei der Partnerwahl – in erster Linie zählen die Werte, gutes Aussehen schadet aber nicht. Wenn sie eine Kochzeitschrift begutachten, ist es für Hobbyköche oft so wie die InStyle durchzublättern, wenn man selber eine Nacht schlecht geschlafen hat und die Augenringe gefühlte 80% des Gesichts ausmachen. Irgendwie sehen die Bilder anders aus, als die Realität, die man vor sich hat. Bei Fertiggerichten ist es ähnlich, nur ist dort die Verzweiflung nicht ganz so groß, wenn einen das Endergebnis auf visueller Ebene nicht aus den Socken haut, es steckt schließlich auch viel weniger Hingabe und Herzblut drin. Dies heißt natürlich nicht, dass die Hersteller nicht trotzdem versuchen, uns im wahrsten Sinne des Wortes das Gelbe vom Ei zu versprechen – gut zu sehen an folgenden Beispielen.

Eine Tragik-Komödie in zwei Akten Links.

Samuel Muellers Projekt „Werbung versus Realität“ (Artikel Wirtschaftswoche)

Werbeburger & Realoburger bei McDonalds:

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Shoppingqueen

Das Motto dieser Woche: Kreiere einen Look, der dich wie eine absolute Powerbraut aussehen lässt!

Alles klar, Shoppingbegleitung geschnappt und ab nach Decathlon!

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Womit ich mich bisher fit gehalten habe, habe ich bereits hier gezeigt. Ich habe mich stets gut ausgestattet gefühlt und vermisste meine frühere Fitnessstudiomitgliedschaft kein bisschen. Irgendwann bekam ich jedoch das Gefühl, dass ich mehr Bewegungspielraum bräuchte, um in Zukunft weiterhin Fortschritte beim Training zu erzielen. Mich irgendwo vertraglich zu binden und monatlich Beiträge zu zahlen wo ich doch schon so viel Geld für mein Home-Equipment ausgegeben hatte, widerstrebte mir, aber auch der Gedanke, noch irgendwas ins Wohnzimmer zu stellen, was Platz wegnahm und wenig dekorativ aussah, war keine Option, da ich nun mal nicht alleine wohne. Also machte ich weiter wie bisher und hoffte auf einen schnellen Frühlingsanfang, denn dann würde ich Frostbeule mich wenigstens wieder trauen, joggen zu gehen.
Zufällig war ich aber nicht nicht einzige Person, die unzufrieden mit ihren Trainingsmöglichkeiten war und so kam es, dass mein Freund (a.k.a. Mitbewohner, a.k.a. Shoppingbegleitung) und ich genau 4 Tage brauchten, um zu beschließen, dass wir uns gemeinsam Gerätschaften anschaffen und dafür das halbe Büro entsorgen (wir wohnen wohlgemerkt erst seit weniger als einem halben Jahr hier).
Nachdem wir uns an einem schönen Samstagmorgen beim Frühstücksbuffet die Bäuche mit Croissants vollgeschlagen hatten (Bericht folgt), fuhren wir also los zu Decathlon. Im Vorfeld hatten wir uns schon folgende Geräte ausgeguckt:

Ich mag mein 20€-Schnäppchen-Fahrrad sehr gerne, allerdings ist es auch sehr eintönig, sein Ausdauerprogramm allein damit zu bestreiten. Als ich vor 2 Jahren abgenommen habe, habe ich glücklicherweise noch die Motivation gehabt, Fitnessvideos und spontanes Intervalltraining (60 Minuten lang Hampelmann, Liegestütze & Co) durchzuziehen, seitdem es aber nur darum geht, das Gewicht zu halten, bzw. Muskulatur aufzubauen, absolviere ich mein Cardioprogramm zugegebenermaßen gerne einfach und mit 40-minütiger Ami-Serien-Begleitung. Meinem Freund ergeht es ähnlich und so entschieden wir uns recht fix für das Gerät von Striale. Auch wenn ich gute Erfahrungen mit meinem gebrauchten Fahrrad gemacht habe, sollte das Rudergerät auf jeden Fall neu sein, da es aufgrund der vielen Einzelteile und des Mechanismus um einiges anfälliger ist.
Die Montage war relativ einfach. Ich muss es wissen, denn mein Freund hat es quasi im Alleingang aufgebaut, während ich auf dem Boden saß und mit Schrauben und Muttern gespielt habe.
Wir haben das Gerät jetzt 2 Wochen getestet und sind zufrieden – es ist leise, die Bewegungsabläufe sind flüssig und der Widerstand hoch genug (dies wurde im Internet bei anderen Modellen oft bemängelt). Die einzige Überraschung: OMG, mein Po! Ich habe erwartet, dass der relativ unbeeindruckt von dem Hin-und Hergerutsche bleibt, das hat sich aber relativ schnell als Irrtum entpuppt. Verbuchen wir es mal als eine positive Überraschung!

Ein Klassiker, das Überraschungspotential fiel also eher gering aus. Trotzdem war ich ziemlich scharf drauf, denn ich hasse es, innerhalb von 15 Minuten 20 verschiedene Übungen zu machen, um die Bauchmuskeln aus der Reserve zu locken. Lieber packe ich mir auch hier ein paar Gewichte drauf und verkürze das Prozedere, was allein auf der Bodenmatte aber nicht immer so einfach zu bewerkstelligen ist. Mit der Schrägbank wird der Radius der Bewegung automatisch vergrößert. Zudem hat man mit den Füßen festen Halt, weswegen man gut zusätzliches Gewicht auf die Brust packen kann, ohne dass der Bewegungsablauf dadurch wackelig wird.

Wäre es nicht ziemlich dekadent, würde ich behaupten, dass dieses Gerät unser An-der-Kasse-Ü-Ei war, denn eigentlich wollten wir nur das Rudergerät und die Schrägbank mitnehmen. Nach reifer Überlegung (Wieviel haben wir gerade gespart? Urlaub ist erst in einem halben Jahr, oder? Alles klar.) haben wir auch noch die Kraftstation mitgenommen. Normalerweise ziehen wir nicht am Wochenende los und schmeißen die Fuffies durchs Sportgeschäft, aber hier haben wir unser Erspartes gut angelegt gesehen (alle, die jetzt wissend lächeln und an ihren Crosstrainer im Keller denken – bei uns wird alles anders. Also… im Ernst jetzt.).
Ich hatte mächtig Respekt davor, diese riesige Maschine zuhause selbst aufzubauen, denn schließlich sollten später schwere Gewichte drangehängt werden. Aber auch das schaffte mein Freund in Windeseile, während ich in der Zwischenzeit schon eine Schraubzeug-Miniaturstadt erbaut hatte.

Dieses Gerät ist nun auch schon seit 14 Tagen in Benutzung und bisher kann ich keine Mängel erkennen, soweit ich es beurteilen kann. Allein die Schaumstoffrollen neigen schnell dazu, wegzurutschen, das lässt sich in meinen Augen aber noch verkraften. Die Station ist für folgende Übungen vorgesehen:

  • Bizepscurl
  • Latszug (großer Rückenmuskel)
  • Bankdrücken aus verschiedenen Neigungswinkeln
  • Legcurl / Oberschenkel vorne
  • Legcurl / Oberschenkel hinten

Ein Video, in dem alle Trainingsmöglichkeiten vorgestellt werden,ist hier zu sehen. Meine liebsten Übungen an dem Gerät sind das Bankdrücken, da ich dies vorher immer auf dem Boden gemacht habe und meine Arme dementsprechend nicht so weit absenken konnte, der Legcurl für den hinteren Oberschenkel sowie das Latsziehen. Den Bizeps trainiere ich weiterhin im Stehen mit der Langhantel, da ich mich so einfach wohler fühle.

Fazit: Es ist bekannt, dass das Training an freien Gewichten oft effektiver ist als das an Geräten, da so die Koordination mehrerer Muskeln gefordert wird und es weniger zu Dysbalancen kommt. Gerade was das Bein- und Rückentraining angeht, bin ich aber froh, dass ich nun auf die Kraftstation zurückgreifen kann, da das Kraftraining für diese Partien mit freien Gewichten auf Dauer und mit gesteigerter Intensität in den eigenen vier Wänden schwierig wird. Für die anderen Übungen greifen ich weiterhin zu Kurz- und Langhantel.

Der Einkauf bei Decathlon war im Übrigen auch sehr angenehm, da wir nett bedient wurden und Hilfe beim Transport der Pakete zum Auto angeboten bekommen haben. Einziger „Minuspunkt“: Wer es gewohnt ist, bei Saturn zum Fernsehkauf eine Stereoanlage und ein Glätteisen gratis dazuzubekommen, wird hier enttäuscht. Obwohl wir die drei Geräte, einige Sportklamotten, Gewichte und einen Tennisball für die Schwiegerkatzen mitgenommen haben, gab es alleine ein Reinigungsspray dazu. Ich bin mir allerdings bewusst, dass es dreist ist, einen nicht vorhandenen Bonus als negativ zu werten ;)

Bisher haben wir unseren Großeinkauf und den Umbau des Arbeitszimmers nicht bereut. Es sieht ohnehin hipper aus, seine Hausarbeit auf dem Laptop bei Starbucks zu schreiben, als auf dem heimischen Schreibtisch ;)

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Der Ikea Teppich passt farblich auch super und daher gebe ich mir 10 von 10 Punkten für meinen Shoppingtrip.

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Happy New Year!

Die To Do-Liste wird immer länger und die Verdrängung derer immer größer, daher ist es schön, dass manche Dinge sich einfach von alleine erledigen. Deswegen: Goodbye, 2013 – Hello there, 2014!

In den letzten Tagen war es von meiner Seite aus etwas ruhig, denn ich hatte das Bedürfnis nach einem Kurzurlaub von allem. Ich habe es mir richtig gut gehen lassen mit vielen Filmen, Serien, Tee und schlechten Kohlenhydraten zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Klar kneift die Hose jetzt ein bisschen. Und mir die tägliche Schokolade abzugewöhnen wird ebenfalls kein Zuckerschlecken (haha). Aber mei, ich bin die restliche Zeit des Jahres fleißig und das sind bei 12 Monaten immerhin 92%. Selbst bei den strengsten Lehrern gab es in der Schule für einen zu 92% korrekten Test immerhin eine 2+ und deswegen werde ich mit einem wohligen Lächeln auf diese Zeit der Völlerei zurückblicken. Dieses wird mir dann mit Neujahr sehr wahrscheinlich bald vergehen, denn dann wird wieder richtig losgelegt und ganz ehrlich, wer beim Sport noch lächeln kann, schläft wahrscheinlich auch auf dem Ergometer ein. Das ist allerdings nicht unbedingt ein guter Vorsatz, denn so habe ich es auch nach Urlauben und gesundheitlicher Flachliegerei gehandhabt und bisher hat es immer gut geklappt. Trotzdem habe ich mir für das kommende Jahr ein bisschen was vorgenommen:

• Alle austehenden Uni-Angelegenheiten klären.

• Mich weiterhin ausgewogen ernähren.

• Neue Sportarten und Hochschulkurse ausprobieren.

• Auch wenn ich auf eine große Reise spare, vielleicht einen Städtetrip unternehmen und etwas landestypisches essen, was ich noch nie vorher probiert habe (Überlegungen sind bisher Lissabon, Krakau und Wien).

• In der Küche neue Gerichte, Zubereitungsweisen und Zutaten austesten.

• Regelmäßig bloggen und dabei den Fokus etwas mehr auf das Thema Sport legen.

• Häufiger Joggen gehen.

Vielleicht habt ihr ja auch ein paar Vorsätze oder hofft einfach, dass ihr manche Dinge besser meistern werdet als bisher. Ich wünsche euch dabei gutes Gelingen, auch wenn es sein kann, dass die Erfolge ein bisschen auf sich warten lassen. Lasst euch nicht unterkriegen und haltet durch!
Auf ein wunderbares & fittes Jahr 2014! :)

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Knusprige Chicken-Nuggets mit Honig-Senf Dip

Es gibt eine unbeliebte Berufsgruppe, für die ich viel Anerkennung aufbringe und das sind Lobbyisten. Ob man so einen Menschen im engeren Freundes- oder Verwandtenkreis haben möchte, ist eine andere Sache, aber schlichtweg die Tatsache, dass jemand in der Lage ist, die umstrittensten Konzerne mit cleverer Rhetorik in ein gutes Licht zu rücken, finde ich bewundernswert (ich rede hier nicht von den dubiosen Typen, die sich bei SternTV um Kopf und Kragen reden, sondern von Schlitzohren wie in diesem Film). Ebensolche Menschen schaffen es mit der Unterstützung von ambitionierten Werbeagenturen, dass Fastfoodrestaurants wie McDonalds unglaublich erfolgreich mit qualitativ minderwertigen, überteuerten Produkten sind und das mittlerweile weltweit und über Jahrzehnte hinweg. Ich will jetzt nicht darauf hinaus, dass man sich das gesamte Angebot dieser Restaurants mit eigenen Zutaten kostengünstig zuhause zubereiten kann, denn in den meisten Fällen wird solches Fastfood ohnehin unterwegs und nicht daheim gegessen. Ich finde es nur ein wenig beängstigend, dass diese Produkte Maßstäbe für Geschmack setzen, wenn dieser aus uns so fremden Zutaten zusammengesetzt wird. Hier beispielsweise die Inhaltsstoffe von Chicken McNuggets:

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Der Fleischanteil beträgt hierbei maximal 50 Prozent.

Selbst zubereitetes Essen aus Zutaten, deren Ursprung natürlich ist und vielleicht sogar aus einer biologisch wertvollen Produktion stammt, muss nicht immer „Öko-Fraß“ bedeuten (wobei der Gedanke tendenziell ja schon weniger verbreitet ist als vor ein paar Jahren), sondern liefert dem Körper Nährstoffe, die er auch umzusetzen weiß. Also, lasst den Besuch bei McDee & Co zur Ausnahme werden und greift zu Lebensmitteln, deren Zutatenliste nicht hauptsächlich aus den letzten drei Buchstaben des Alphabets besteht ;)

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Zutaten für 2 Portionen:

700g Putenbrustfilet
100g Dinkelcornflakes
2 Eier
50gr Mehl
Paprikagewürz edelsüß
Kurkuma
Salz

Für den Dip:
2 EL Honig
1 EL Senf
1 TL Balsamico
1 TL Olivenöl
250g Joghurt (0,1%)

Zubereitung:

1. Putenbrustfilet in kleine Stücke schneiden, unter fließendem Wasser abwaschen und trocken tupfen.
2. Die beiden Eier in eine kleine Schale geben und verquirlen.
3. In einem Gefrierbeutel Cornflakes, Paprikagewürz, Kurkuma und Salz vermengen. Cornflakes durch Druck auf den Beutel eventuell etwas zerbröseln.
4. Mehl in eine kleine Schale geben.
5. Putenstücke nun zunächst mit dem Handballen flach drücken, im Mehl wenden, durch die verquirlten Eier ziehen und dann im Gefrierbeutel panieren.
6. Nuggets im Ofen bei 175° Umluft für 30 Minuten backen. Zwischendurch wenden.

Für den Dip:
1. Alle Zutaten verrühren ;)

kcal pro Portion: 620 Protein pro Portion: 76g

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Es war einmal… die Frau und der Kraftsport.

Ich stolper immer wieder über die selben Klischees bezüglich Frauen & Bodybuilding. Deswegen ist es wirklich Zeit, der Märchenstunde eine Ende zu bereiten!

1. Kraftsport ist Männersache.

Nein. Warum? Take this:

  • Krafttraining hilft, Stress abzubauen
  • Der Körper wird robuster und weniger anfällig für Verletzungen
  • Das Immunsystem wird gestärkt und ist resistenter gegenüber Infekten
  • Der Grundverbrauch wird gesteigert -> Der Körper verbrennt auch im Ruhezustand mehr Kalorien
  • Die Körperhaltung verbessert sich
  • Anstrengungen im Alltag werden weniger als solche wahrgenommen
  • Ungleichgewichte im Körper und deren Auswirkungen (z.B. Rückenbeschwerden) werden vorgebeugt, verringert oder verschwinden ganz
  • Wer unzufrieden mit seiner Figur ist, hat die Möglichkeit, diese zu formen (im höheren Maß als durch reine Abnahme)
  • Krafttraining kann das Selbstbewusstsein stärken

Quelle

2. Frauen sollten mit wenig Gewicht trainieren und viele Wiederholungen machen.

Zunächst: Sport treiben ist immer eine gute Sache. Ich werde daher nicht sagen, dass jedes Mädchen, das mit geringen Gewichten und einer hohen Wiederholungsanzahl trainiert, es gleich lassen kann. Allerdings vertrauen viele Frauen blind dem Ratschlag, dass nur Männer mit hohem Gewicht trainieren und sie selber lieber zu einem kleineren Gewicht greifen sollen. Der Grund dafür ist, dass viele Frauen sich bei der Anmeldung im Fitnessstudio ein strafferes, definierteres Aussehen wünschen und Angst haben, durch Muskelaufbau männlich auszusehen (s. Punkt 4). Das Problem ist aber, dass ein straffer Muskel zwar leistungsfähiger und fester wird, auf die Optik aber wenig Einfluss hat. Ein gutes Beispiel dafür sind Fitnesstrainerinnen, die hauptsächlich Ausdauerkurse unterrichten – manchen von ihnen sieht man absolut nicht an, dass sie so viel Kraft in sich haben, einfach weil sie eine ausdauernde Muskulatur haben, die aber nicht offensichtlich ist. Frauen, die tatsächlich ihre Figur formen wollen, werden daher mit der Kraftausdauer-Methode keine großen Erfolge erzielen, da dies hauptsächlich durch den Aufbau von Muskulatur mit gleichzeitigem Fettabbau zustande kommt. Mehr zum Thema Wiederholungsanzahl, Gewicht und Muskelaufbau hier.

3. Frauen trainieren andere Körperteile als Männer.

Letztens erst von einem Freund, der selber trainiert, gehört. Es gibt vielleicht Frauen, die sich auf ihre Problemzonen (und das sind meist die Beine) stürzen und den Rest vernachlässigen. Genauso gibt es Männer, die obenrum mit Muskeln gepanzert auf Storchenbeinen rumstolzieren. Sinnlos ist beides, vorausgesetzt natürlich, man ist nicht gerade in Reha und muss ein bestimmtes Körperteil stärken. Denn im Endeffekt ist nur ein Ganzkörpertraining gesund und das bedeutet für Frauen die gleichen Übungen wie für Männer. Auch, wenn man im Fitnessstudio Mädels öfter auf den „Gynäkologenstühlen“ trainieren sieht, als beim Latziehen.

4. Frauen sehen durch Hanteltraining aus wie Männer.

Viele Mädchen haben Angst, dass wenn sie mit Gewichten trainieren, sie ihre Weiblichkeit einbüßen und kerniger aussehen. Die Sache ist allerdings die: selbst wenn Frauen reichlich Energie ins Krafttraining stecken und sich auch dementsprechend ernähren, werden sie nicht annähernd so viel Muskeln aufbauen können wie ein Mann, da sie viel weniger Testosteron herstellen und der Muskelaufbau somit schon auf natürliche Weise ausgebremst wird. Zudem ist das muskuläre Limit von Frauen eher erreicht als bei Männern. Professionelle Bodybuilderinnen, die jedem Türsteher auf dem Kiez Konkurrenz machen könnten, haben ihre Statur nicht alleine durch konventionelles Krafttraining und ein paar Eiweißshakes erreicht, sondern mussten ziemlich in die Chemie- Trickkiste greifen, um so auszusehen. Ich trainiere jetzt seit 1,5 Jahren mit Gewichten und man sieht mir allenfalls eine gewisse Sportlichkeit an, das war es aber auch.

5. Es reicht, wenn Frauen Sit-Ups/Crunches machen, damit sie einen flachen Bauch bekommen.

Leider ist das nicht möglich, denn die Natur ist gemein. Sie allein ist Schuld, dass wir meist dort zunehmen, wo wir es am wenigsten gebrauchen können und das Fett sich ausgerechnet an diesen Stellen am hartnäckigsten hält. Das ist auch der Grund, warum es nicht funktioniert, den Fettabbau bestimmter Körperregionen zu kontrollieren. Wer nun versucht, dem Pläuzken mit Crunches entgegenzuwirken, wird erneut enttäuscht: Zwar kann sich der Bauch straffen, das gesamte Gewebe hängt also weniger schlaff nach unten, allerdings wird allein von diesen Übungen noch kein Bauch flach, denn dies ist nur durch Fettreduktion zu erreichen. Und es wird noch besser: Träumt man von einem Bauch, der nicht nur flach, sondern auch durchtrainiert aussieht, so sollte man sich auf einen Körperfettgehalt von unter 18% einstellen. Zum Vergleich: der Normalwert bei Frauen zwischen 20 und 39 Jahren liegt bei 21 – 33%. Na dann Prost Bierbauch Mahlzeit!

6. Frauen kriegen von Bankdrücken und Butterfly kleine Brüste.

Manche werden sich vielleicht fragen, wie ich darauf komme, aber mir ist dieser Irrglaube schon so oft untergekommen, dass er garantiert seine Berechtigung in dieser Liste hat. Fakt ist aber: Wie auch beim Bauch ist eine punktuelle Verkleinerung (=Fettabbau) der Brüste durch Training, sei es Kraft oder Ausdauer, nicht möglich. Auch hier bestimmt die Genetik, wo der Körper zunächst ab- und zunimmt. Wird der Brustmuskel durch Sport verändert, wird er also fester oder vergrößert sich, so hat dies ebenfalls keinen Einfluss auf das vorhandene Fett-, Binde- und Drüsengewebe der Brust, sondern lässt ein Dekoltee allenfalls straffer aussehen. Wer nun Bilder von Bodybuilderinnen mit extrem abgezeichneten Silikonbrüsten vor Augen hat: 1. Sind diese Frauen allein schon aus professionellen Gründen mehr auf ihr Aussehen bedacht als die normale Fitnessstudio-Klientin und daher auch Schönheitsoperationen im Allgemeinen weniger abgeneigt. 2. Haben diese Damen meist einen ziemlich niedrigen Gesamt-Körperfettgehalt, der nur durch eine akribische, strikte Diät zu erreichen ist.

7. Ausdauertraining reicht vollkommen aus.

Ich will nicht den Anschein erwecken, dass Kraftsport das Maß aller Dinge ist und alle restlichen Sportarten Zeitverschwendung sind, ganz im Gegenteil! Cardiotraining ist wichtig für ein gesundes Herz-Kreislauf-System und kann das Risiko für Diabetes, Schlaganfälle und Herzinfarkte senken. Auch für Bodybuilder ist es wichtig, ab und zu ein paar Cardioeinheiten einzubauen, damit sie ihren Fettanteil verringern und ihre Definition verbessern können. Jedoch führt das ausschließliche Joggen im Wald oder Strampeln auf dem Hometrainer nicht zu einer Stärkung der gesamten Muskulatur, was zufolge hat, dass weniger Muskelstabilität vorhanden ist im Vergleich zum Krafttraining (= weniger Robustheit und höheres Verletzungsrisiko) und gleichzeitig auch optisch nicht zu einer aufrechteren, kräftigen Statur beiträgt. Leidenschaftliche Ausdauersportler sollten daher auch ein paar Krafteinheiten einbauen, um anfällige Körperregionen wie Schulter oder Rücken zu stärken.

8. Frauen, die sich für Bodybuilding interessieren, sind unfeminin.

Das ist richtig. Deswegen geht zum Beispiel keine meiner Freundinnen mehr mit mir in der Stadt Kaffee trinken. Leider.

Vielen Dank fürs Durchlesen!